Aufruf Nicholas Stern: Wir brauchen eine Erneuerbare-Energien-Revolution

Eisbär, Arktis

Seine Stimme hat Gewicht: Nicholas Stern war Chefökonom der Weltbank und hat bereits 2006 im sogenannten Stern-Report eindringlich vor den drastischen Auswirkungen des Klimawandels auf Mensch und Natur gewarnt.

Als Professor an der renommierten London School of Economics weiterhin mit den Gefahren für Ökonomie und Gesellschaft befasst, hat er sich nun in der Tageszeitung „The Guardian“ erneut zu Wort gemeldet (www.theguardian.com). Und er fordert nichts Geringeres als eine industrielle Revolution, um die katastrophalen Folgen des Klimawandels gering zu halten (www.klimaretter.info).

Klimawandel: dringender Handlungsbedarf

Nachdem er im Auftrag der britischen Regierung die Folgen des Klimawandels prognostiziert hatte, nahm Nicholas Stern im Report von 2006 kein Blatt vor den Mund. Er schilderte apokalyptische Szenarien, die unausweichlich eintreten müssten, wenn keine massiven Maßnahmen gegen den Klimawandel ergriffen werden würden. Nun nimmt er in seinem Artikel die britischen Schlechtwetterphänomene zum Anlass, seine Warnungen zu erneuern.

Doch Stern sieht die kommenden Risiken inzwischen noch dramatischer: „Wenn wir die Emissionen nicht reduzieren, werden wir noch schlimmere Konsequenzen spüren, und die Temperaturen werden unkontrolliert um vier Grad gegenüber dem vorindustriellen Niveau steigen“, heißt es im „Guardian“. Hunderte Millionen Menschen würden bei anhaltender Untätigkeit aus den betroffenen Regionen und Ländern fliehen müssen, und Stern sieht sogar die Gefahr von Kriegen heraufziehen.

Doch der Klima- und Wirtschaftsexperte weiß einen Ausweg und fordert ihn auch deutlich ein: Die kohlenstofferzeugenden Prozesse müssten schleunigst gestoppt, die Energieerzeugung müsste auf erneuerbare Quellen umgestellt und die unvermeidliche Treibhausgas-Emission durch hohe finanzielle Belastungen minimiert werden. Besonders von der britischen Regierung fordert Stern eine Vorreiterrolle, die aber auch die anderen EU-Staaten mit einschließen müsse.

Denn: Klimafreundliche Technologien seien weltweit vorhanden und ausgiebig erprobt, nur müsse nun die Politik den nötigen Druck machen, um die Konversion der Systeme zu beschleunigen. Dann hätte auch die private Wirtschaft die nötige Investitions-Sicherheit. Den Industrieländern, kritisiert Stern, mangele es jedoch an Visionen und der politischen Entschlossenheit, 2015 in Paris ein starkes Klimaschutzabkommen zu erreichen.

Neue Akteure, neue Perspektiven

Keine Frage: Die Industrienationen können und müssen sich wesentlich stärker im Kampf gegen den Klimawandel engagieren, anstatt die unabdingbaren Entscheidungen immer weiter zu verschieben. Doch schaut man sich die globale Entwicklung an, könnten Trends aus den Schwellenländern Mut machen: Vor allem in Süd- und Südostasien, wo ein starkes Wirtschaftswachstum zu verzeichnen ist, zeigen sich die Regierungen gegenüber den Risiken des Klimawandels verantwortungsbewusst und haben nicht nur zahlreiche Regelungen zur Förderung erneuerbarer Energien erlassen, sondern setzen auch entsprechende Planungen mit hoher Dynamik in die Tat um.

Sei es die Erzeugung von Biogas als Fahrzeugkraftstoff in Thailand oder der Aufbau von Solar- und Windenergieprojekten in Indonesien oder Malaysia – vielerorts wird die Energieversorgung mehr und mehr auf die Nutzung regenerativer Quellen umgestellt. Wie intensiv und effektiv man die natürlichen Ressourcen eines Landes für die Energiegewinnung einsetzen kann, beweisen die Projekte der ThomasLloyd Group auf den Philippinen. Je nach Standort wird dort die effizienteste Cleantech-Variante von der Biomasseverstromung über Solar- bis zur Windenergie zur Anwendung kommen (www.thomas-lloyd.de). Der Vorteil dieser Vielfalt: Ein breiter Energiemix macht die Versorgung mit sauberem Strom auch während windarmer Zeiten und nachts möglich, ohne zusätzliche Speichertechnologien einsetzen zu müssen.

Auch wenn die Herausforderungen immens sind, die unvermeidlichen Folgen des Klimawandels einzudämmen, kann es als positives Zeichen gelten, dass immer mehr Staaten erneuerbare Energien nutzen – Schwellenländer, gemessen an ihrer Wirtschaftskraft, oft in vergleichbar intensivem Maß wie die Industrienationen. Denn zu diesem Weg – das wissen wir nicht erst seit Nicholas Sterns neuesten Aussagen – kann es keine Alternative geben.

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