Grünstrom – Motor für Innovationsdynamik

Grüne Glühbirne

Anfangs waren es Tüftler und Technik-Pioniere, die erste Windräder und Solarkollektoren aufstellten – heute stehen erneuerbare Energien im Zentrum eines dynamischen Wachstumsmarktes, dessen Volumen in Deutschland bereits dasjenige der Pharma-Industrie übertrifft. Weltweit sind in der Cleantech-Industrie Hunderttausende Arbeitsplätze entstanden, es werden hohe Milliarden-Dollar-Umsätze erzielt.

Längst geht es hier um mehr als nur photovoltaische Module und Windräder: Der weltweite Trend hin zu klimaschonender Energieerzeugung hat unter Entwicklern, Forschungseinrichtungen und Fachinstituten einen wahren Wettlauf um die leistungsfähigsten Technologien ausgelöst, und so purzeln die Rekorde hinsichtlich der Wirkungsgrade von Solarzellen oder Wärmepumpen oder Windgeneratoren fast im Monatsrhythmus. Die Innovationsdynamik hat ebenfalls die Wasserkraft-, Erdwärme- und Biomassenutzung erfasst und bringt auch Begleittechnologien wie etwa den Bereich der Energiespeichermedien schnell voran.

Auslöser: das deutsche Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)

Ein maßgeblicher Auslöser für diese inzwischen weltweit zu beobachtende Dynamik war das deutsche Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), das mittlerweile in fast 100 Ländern bzw. Bundesstaaten – etwa in den USA oder Kanada – Schule gemacht hat: Durch wirtschaftliche Garantien in Form von fest kalkulierbaren Einspeisevergütungen für Grünstrom wuchs die Nachfrage nach entsprechenden Technologien; es entstand ein Markt mit starker Innovationsdynamik, der sich schnell auf andere Staaten ausdehnte und inzwischen für die globale Ökonomie wie auch Ökologie große Bedeutung gewonnen hat.

Und viele der Innovationen sind längst in der Praxis angekommen: Heutige handelsübliche Solarkollektoren oder Windgeneratoren leisten ein Vielfaches gegenüber den Konstruktionen aus der Pionierphase; sie sind absolut alltagstauglich und stehen in einem Umfeld von Begleittechnologien, die den sauberen Strom in die Stromnetze integrierbar machen. Denn der Innovationsschub hat auch bei Wechselrichtern und Transformatoren, Transmittern, Turbinen und Generatoren zu stetigen Verbesserungsprozessen mit hohen Effizienzsteigerungen geführt. Bereiche wie Materialforschung, Systemtechnik, Softwareentwicklung, Steuerungstechnik und der nötige Service tragen gleichfalls zu starker Wertschöpfung bei.

Erneuerbare Energien: mehr Leistung, weniger Kosten

War anfangs eine Förderung als Anschubleistung unabdingbar, hat regenerative Stromerzeugung inzwischen die Grenze zur Wirtschaftlichkeit erreicht: „Die erneuerbaren Energien brauchen den Vergleich mit anderen Technologien nicht zu scheuen“, erklärt Niklas Martin, Geschäftsführer des Forschungsverbundes Erneuerbare Energien (FVEE). „So sind beispielsweise die Kosten für Solarstrom von zwei Euro pro Kilowattstunde Mitte der 90er-Jahre auf heute rund zehn Eurocent pro Kilowattstunde gesunken.“ Auch die anderen erneuerbaren Energien wie Windkraft, Biomasse und Geothermie wiesen große technologische Fortschritte hinsichtlich der Effizienz und der Komponentenkosten auf (www.fvee.de).

Wie sich die konstruktive Gesetzeslage eines EEG und die Innovationsdynamik in der Praxis auswirken, lässt sich an den Cleantech-Projekten der ThomasLloyd Group auf den Philippinen aufzeigen. Ein an der Erneuerbare-Energien-Gesetzgebung orientiertes Verordnungssystem sichert den Erzeugern von Strom aus regenerativen Quellen Abnahmegarantien mit langfristig fixierten Einspeisevergütungen zu; außerdem wurden Importzölle für Cleantech-Komponenten gesenkt oder aufgehoben und künftige Gewinne aus dem Betrieb der Anlagen auf mehrere Jahre steuerfrei gestellt. Diese Planungs- und Investitionssicherheit bietet eine hervorragende Basis für die Projektierung und Realisierung der Anlagen und integriert sie in die nationale Ökonomie bzw. Energiewirtschaft.

Auf technischer Seite können mit den geplanten Investitionsmitteln von über 211 Millionen US-Dollar eine aus zwei Bauabschnitten bestehende Solarfarm, vier Biomasse-Kraftwerke und eine Onshore-Windfarm realisiert werden. Dabei kommen nur technische Komponenten international führender Hersteller zum Einsatz, etwa Solarmodule von Conergy, Wechselrichter von SMA Solar Technologies, Motoren und Transmitter von ABB oder Pumpen von Sulzer. Mit den aktuell investierten Mitteln lassen sich proportional bedeutend größere Energiemengen gewinnen, als es vor wenigen Jahren möglich gewesen wäre, da sich die Effizienzsteigerungen und die Kostenvorteile in allen Bereichen bemerkbar machen. Gleiches gilt für die noch in der konkreten Planungs- bzw. Ausschreibungsphase befindlichen Anlagen (www.thomas-lloyd.de).

Ob in Deutschland, auf den Philippinen oder in vielen anderen Staaten mit einer vergleichbaren Verordnungslage: Die Effekte der Erneuerbare-Energien-Gesetzgebung machen sich überall sehr positiv bemerkbar. Sie erweisen sich nicht nur als eine starke konstruktive Stimulans für große Investitionsbereitschaft, sondern bewirken ein deutlich größeres Produktionsvolumen für sauberen Strom und sichern seine Integration in die nationalen beziehungsweise regionalen Netze. Davon profitieren regionale Ökonomie und globale Ökologie gleichermaßen.

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