Klimabilanz Cleantech: 900 Millionen Tonnen CO2 vermieden

Kohlekraftwerk

Der Klimawandel ist weltweit ein zentrales Thema. Auch wenn die UN-Klimakonferenzen bislang keine global verbindlichen Schutzmechanismen etablieren konnten – sie bringen das Problem des unaufhaltsam fortschreitenden Klimawandels und der dadurch verursachten Gefahren immer wieder in den Fokus der Öffentlichkeit. Und immer wieder gibt es Nachrichten über die schon eintretenden Folgen: Durchschnittstemperaturen steigen, Niederschlagsmengen nehmen zu, das Migrationsverhalten von Tieren und das Wachstumsverhalten von Pflanzen verändern sich.


Und fast immer werden in diesem Zusammenhang auch die erneuerbaren Energien genannt. Sie gelten als effektivstes Mittel, um den Ausstoß der den Klimawandel vorantreibenden Treibhausgase zu vermindern.

Vielfältige Erfolgsbilanz

Doch ist diese immer wieder zu lesende und zu hörende Feststellung tatsächlich richtig? Anlässlich der Diskussion um die Reformen des bundesdeutschen Erneuerbare-Energien-Gesetzes hat der entsprechende Branchen-Dachverband BEE (Bundesverband Erneuerbare Energie e.V.) eine Bilanz gezogen. Seit dem Jahr 2000 wurde durch Einsatz von Solarkollektoren, Windrädern und anderer Cleantech-Anlagen in Deutschland der Ausstoß von 900 Millionen Tonnen CO2 vermieden (www.bee-ev.de). Auch wenn derzeit niemand berechnen kann, wie viel Kohlendioxid welche „Menge“ an Klimaschaden verursacht, auch weil eine exakte Quantifizierung der erst noch kommenden Schäden gar nicht möglich ist, lässt sich doch feststellen, dass eine Klimaentlastung dieser Größenordnung erheblich ist.

Die treibende Kraft, die zu diesen Ergebnissen geführt hat, ist ohne Zweifel die bestehende Gesetzgebung. „Das EEG hat erneuerbare Energien aus den Forschungslabors auf den industriellen Weltmarkt gebracht“, konstatiert Dr. Hermann Falk als Geschäftsführer des Verbands. Da dank Festpreisabnahme, direkter Förderung und Preisumlagen Mittel in erheblichem Maß generiert werden konnten und zu einem ansehnlichen Teil in Forschung und Entwicklung flossen, wurde ein starker Innovations- und Effektivitätsschub ausgelöst. Energie aus Cleantech-Anlagen rückt in immer mehr Ländern in den Bereich der Wirtschaftlichkeit vor.

Kosten- und Effizienzvorteile zeigen sich in allen relevanten Einsatzbereichen von Cleantech.

  • Beispiel Photovoltaik: Seit Einführung des EEG haben sich die Gestehungskosten für Solarstrom um 80 Prozent reduziert.
  • Beispiel Windenergie: Seit Start des EEG konnte der Stromertrag pro Windrad versechsfacht werden, entsprechende Anlagen wurden zudem kostengünstiger. Inzwischen werden Anlagen vielfach im Rahmen des Re-Powering auf wesentlich leistungsfähigere Generatoren umgerüstet.
  • Beispiel Biogas: Dank technischer Verbesserungen wurde der Stromertrag pro Hektar aus den verwendeten agrarischen Rohstoffen verdoppelt.
  • Beispiel Tiefen-Geothermie: Hier wurden leistungssteigernde Bohrtürme und Bohrverfahren entwickelt.

Weltweiter Nutzen

Diese beachtlichen Leistungs- und Effektivitätssteigerungen – die vielfach sogar mit einem Sinken der Anlagenkosten einhergingen – kommen dabei natürlich nicht nur dem Geltungsraum des bundesdeutschen Erneuerbare-Energien-Gesetzes zugute, sondern nützen weltweit der Konversion der Energieerzeugung hin zur intensiven Nutzung regenerativer Quellen.

Die ablaufenden Dynamiken führen dazu, dass vor allem in Schwellenländern mit den verfügbaren Budgets bei gleichem Investitionsaufwand zunehmend mehr sauberer Strom erzeugt und genutzt werden kann. So wird mit den Mitteln in Höhe von gut 211 Millionen US-Dollar, die die ThomasLloyd Group in den Aufbau mehrerer Solar-, Windenergie- und Biomasse-Kraftwerke auf den Philippinen-Inseln Negros und Luzon investiert, eine Stromerzeugungskapazität von über 180 Megawatt geschaffen. Das reicht für die Versorgung von mehr als 1,3 Millionen Menschen aus (www.thomas-lloyd.de). Das sind wesentlich bessere Leistungsdaten, als sie noch vor wenigen Jahren mit gleichem Finanzaufwand hätten erzielt werden können.

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