Prognose: Globaler Energiebedarf wächst

Strommast in der Abenddämmerung

Wie wird der weltweite Energiebedarf wachsen? Was sind die treibenden Kräfte? Und wie wird man ihn decken können? Diese Fragen gehörten zu den zentralen Themen der Konferenz „Powering Progress Together“, die kürzlich in Manila stattfand. Die Hauptstadt der Philippinen war der genau richtige Tagungsort, denn – so die Ergebnisse des „Shell’s Future of Energy Survey 2013“ – es werden vor allem die kräftig wachsenden Volkswirtschaften der Schwellenländer sein, die den globalen Energiehunger massiv vergrößern (www.philstar.com).

Sorge um die sichere Energie-Zukunft

Und es gibt für diese Bedarfszunahme konkrete Zahlen: Im Jahr 2030 wird aufgrund des Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstums der weltweite Energie-, Wasser- und Nahrungsmittelbedarf um 40 bis 50 Prozent über den heutigen Mengen liegen. Und dem World Energy Council zufolge muss die globale Energieversorgung verdoppelt werden, um 2050 den weltweiten Bedarf decken zu können.

Shell als Mitveranstalter der Tagung zufolge gehören Thailand, die Philippinen und Indien zu den neun asiatischen Nationen, die ernsthafte Besorgnis über den künftigen Energiebedarf zum Ausdruck gebracht haben. Grundlage für diese Einschätzung ist eine Reihe von Befragungen (Future of Energy Survey, FOE), in denen 80 Prozent der Teilnehmer den langfristigen Energiebedarf mit der Wichtigkeit der öffentlichen Bildung und der Lebenshaltungskosten auf eine Stufe stellten.

Auf den Philippinen hielten neun von zehn Befragten den künftigen Energiebedarf zusammen mit Fragen der Beschäftigung, der Bildung, der Umwelt und der Umweltverschmutzung für zentral wichtige Themen. Und: „Fast drei Viertel (74 Prozent) der philippinischen Teilnehmer sind der Auffassung, das Land solle seinen Energiebedarf künftig aus Solarenergie decken, gefolgt von Wasserkraft, Windenergie und Erdgas“, heißt es im FOE-Bericht über die Philippinen.

Erkannte Notwendigkeiten – konkrete Maßnahmen

Und so sind es gleich mehrere Länder in Süd- und Südostasien, die die Hinwendung zu einer Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen in verbindlichen Entwicklungsprogrammen festgeschrieben haben und konkrete Schritte zur Umsetzung vollziehen, allen voran Thailand, Indonesien, Malaysia und die Philippinen.

Exemplarischen Charakter, wie sich die regional spezifischen Ressourcen effektiv nutzen und die Cleantech-Technologien clever aufeinander abstimmen lassen, demonstrieren die verschiedenen Projekte der ThomasLloyd Group auf der Insel Negros, die in enger Kooperation mit den Behörden und dem philippinischen Entwickler Bronzeoak realisiert werden. Zwei kurz vor ihrer Fertigstellung stehende Solarparks bei San Carlos City nutzen die hohe örtliche Einstrahlungsintensität der Sonne. Mehrere Biomassekraftwerke werden bislang ungenutzte landwirtschaftliche Reststoffe für die Verstromung verarbeiten. Und eine Onshore-Windenergieanlage soll die durch die Höhenzüge entlang der Küste gemäßigten, aber steten Winde ebenfalls zur Stromerzeugung nutzen (www.thomas-lloyd.de).

Alle Anlagen entstehen in der Nähe für die Einspeisung geeigneter Knotenpunkte im Stromnetz. Sie stellen nicht nur die benötigte Energie bereit, sondern schaffen auch viele Arbeitsplätze in den Kraftwerken und der die Biomasseanlagen versorgenden Landwirtschaft. Auf Negros demonstrieren die Philippinen, wie – finanziert durch internationale Investoren – die wirtschaftliche Entwicklung in der Region von Anfang an in Einklang mit den Klimaschutzerfordernissen gestaltet werden kann. Das Land bietet vielerorts ausreichend große Ressourcen, um auch vielfach größere Energiemengen zu erzeugen und zugleich den Einsatz fossiler Energieträger zu reduzieren. So ist es eigentlich nur eine Frage der Finanzierung, den wachsenden Energiebedarf ohne zusätzliche Umweltbelastung decken zu können.

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